Woher kommen eigentlich die Kalorien-Zahlen? Spoiler: Nicht aus dem Bauchgefühl einer KI.
Woher kommen eigentlich die Kalorien-Zahlen? Spoiler: Nicht aus dem Bauchgefühl einer KI.
Drei Apps. Dieselbe Banane. Drei verschiedene Zahlen.
Willkommen in der Welt der Nährwertangaben, in der sich selbst die Wahrheit gern mal um ein paar Kalorien streitet.
Und irgendwann fragst du dich: Welche stimmt denn jetzt? Und woher haben die das überhaupt?
Warum dieselbe Banane unterschiedlich viel hat
Dafür gibt es ziemlich unromantische Gründe.
Manche Apps lassen Nutzer Lebensmittel selbst eintragen. Dann steht dort irgendwann „Banane“ in vier Varianten, eine davon von jemandem, der sich beim Komma vertippt hat.
Andere verwenden Herstellerangaben. Die sind bei Verpackungen praktisch, aber nicht bei allem, was keine Verpackung hat. Eine Banane zum Beispiel.
Und dann gibt es noch das ganze Thema roh, gekocht, mit Schale, ohne Schale, gebraten, paniert.
Die Zahl ist also oft nicht falsch. Sie bezieht sich nur auf etwas anderes, als du gerade auf dem Teller hast.
Der Bundeslebensmittelschlüssel. Klingt nach Behörde. Ist auch eine.
Für die Nährwerte pro 100 Gramm nutzt Foodisco unter anderem den Bundeslebensmittelschlüssel, kurz BLS 4.0. Das ist eine umfangreiche deutsche Datenbank mit Nährwerten für Lebensmittel und Gerichte, herausgegeben vom Max Rubner-Institut.
Kein Zufallsfund aus dem Internet. Eine Datenbank, die genau für diesen Zweck gebaut wurde.
Wenn du in Foodisco einen Scan machst, werden die erkannten Lebensmittel mit solchen Datenbanken abgeglichen. Die KI schätzt, was und wie viel auf dem Teller liegt. Die Kalorien-Zahl kommt aus den Datenbankwerten.
Das ist ein ziemlich großer Unterschied zu einer KI, die einfach eine Zahl in den Raum wirft und hofft, dass niemand nachfragt.
100 Gramm sind keine Portion
Noch eine Falle, in die erstaunlich viele treten: Die Zahl, die überall steht, gilt pro 100 Gramm.
Pro 100 Gramm Mandeln sind das ziemlich viele Kalorien. Pro Handvoll, also etwa 30 Gramm, deutlich weniger.
Pro 100 Gramm Gurke ist es fast nichts. Pro Gurke ist es immer noch nicht viel. Das ist der Moment, in dem ein Salat plötzlich beruhigend wirkt.
Deshalb zeigen die Nährwert-Seiten im Foodisco Blog beides: die Werte pro 100 Gramm und pro typischer Portion.
Roh oder gekocht? Das ist kein Detail. Das ist ein Faktor.
Hier wird es richtig spannend.
Nudeln, roh, haben nach BLS rund 346 Kilokalorien pro 100 Gramm. Gekochte Nudeln haben rund 146.
Gleiche Nudeln. Gleicher Topf. Mehr als doppelt so viele Kalorien auf dem Papier.
Der Unterschied ist Wasser. Beim Kochen nehmen Nudeln Wasser auf und werden schwerer. Wer rohe Nudeln abwiegt, aber den Wert für gekochte Nudeln einträgt, rechnet sich entweder viel zu wenig oder viel zu viel aus.
Das gilt genauso für Reis, Haferflocken, Linsen und eigentlich alles, was beim Kochen aufquillt.
Die Faustregel: Wiege so, wie du die Zahl nachschlägst. Roh gewogen, Rohwert. Gekocht gewogen, Kochwert.
Klingt banal. Ist aber der Grund für ziemlich viele unerklärliche Wochen mit „Ich habe doch alles getrackt“.
Und was ist mit Restaurants und Fertiggerichten?
Da bleibt es ehrlich gesagt eine Schätzung.
Im Restaurant kennt niemand das Rezept, die Ölmenge oder die Größe des Löffels. Bei Fertigprodukten helfen Barcode und Verpackungsangaben. Bei allem anderen hilft ein vernünftiger Richtwert.
Foodisco zeigt dir deshalb nicht nur eine Zahl, sondern auch, woraus sie sich zusammensetzt. Du siehst die erkannten Lebensmittel, die Gramm und kannst beides anpassen.
Die letzte Entscheidung liegt bei dir. Und dein Teller kennt dich besser als jede Datenbank.
Was du von der Party mitnehmen solltest
Nährwerte sind keine Geheimwissenschaft. Aber sie sind sehr genau darin, nicht genau zu sein, wenn man Äpfel mit Birnen und rohe mit gekochten Nudeln vergleicht.
Achte auf drei Dinge: Pro 100 Gramm oder pro Portion? Roh oder gekocht? Mit oder ohne Schale und Soße?
Dann sind die meisten Unterschiede zwischen den Apps plötzlich ziemlich gut erklärbar.
Alle Werte sind Durchschnittswerte und keine medizinische Beratung.
Wer sich selbst nachschlagen möchte, findet im Foodisco Blog hunderte Lebensmittel mit Kalorien, Nährwerten und Health Score. Und wer sich das Nachschlagen lieber sparen möchte, lässt Foodisco den Teller fotografieren und rechnen. 🪩